Donnerstag, 1. März 2012

hmm.

es gibt kommentare, mit denen ich einfach nicht umgehen kann. wo ich kurz richtig verdutzt gucke und dann sowas sage wie "nein... äh.. das denk ich nicht."
bei gewissen themen hab ich diese ohnmacht abgelegt, zum beispiel beim thema frauenrechte. da gibt's keine kommentare mehr, die ich nicht mit wissen, argumentation oder witz zunichte machen kann.

und bei anderen gebieten, wo ich ebenso mit gleichem elan dahinter bin (gleichberechtigung aller, zusammenfasend), da lasse ich mich immer noch aus der bahn werfen von aussagen wie "in slowenien sind gott sei dank so wenige schwarze oder araber" (und das von einer ukrainerin) oder auf eine umarmung hin den satz "aber ich bin NICHT lesbisch!!!"


vielleicht, weil es in situationen und von menschen passiert, in und von denen ich es nicht erwarte. als ich mit dieser ukrainerin, die in polen studiert und nun auf auslandssemester in slowenien ist, über die probleme mit den residence permits spreche, erklärt sie mir, das sei schon ok, weil durch die schwierigeren bedingungen ja auch - "sorry" - weniger schwarze und araber ins land kämen. dieses sorry, zwischendrin, was sollte denn das jetzt?! damit komm ich dann noch weniger klar.
normalerweise hätte ich allein über dieses "sorry" schon herfallen müssen. wenn jemand schon so denkt, dann doch bitte klar und nicht mit einem "sorry" schildchen, in der angst, man könnte mit einem weniger rassistischem menschen reden!!

auf einer party umarmte ich fröhlich eine tschechin, mit der ich mich super unterhielt und spaß hatte. ich sagte "huh, i like u! can i give u a hug?" und sie ließ sich, leicht widerwillig, umarmen und sagte den "not a lesbian"-satz, mit blick zu den anwesenden männern im raum. weder wusste sie, dass ich gerade in einer beziehung (mit einer frau) stecke, noch wird sie es je erfahren. der kommentar galt weniger mir als der allgemeinheit und beschrieb ihre begrenzte fähigkeit, den unterschied zwischen freundschaftlichen und andersartigen umarmungen zu erkennen sowie ihre leichte phobie, lesbisch zu wirken (oder gar es zu sein).
auch da war ich mehr als entrüstet. im normalfall hätte ich da gleich mal so was gesagt wie "oh schade, ich bin aber eine!" - hier ist das alles ein bisschen anders.

vielleicht ist es auch eine doch sehr weltoffene situation wie ein erasmus-austausch, in der ich solche menschen und kommentare nicht erwarte. ich lerne zuhauf menschen kennen, und ich kann nicht alle belehren, verändern - und ich sollte es auch nicht. bei manchen werde ich wohl die erfahrung machen müssen "ai, okay, doch nix für mich" - und mich auf andere konzentrieren.




oder sollte ich doch nochmal meine unterlagen rausholen und ihnen meinen vortrag der superlative halten?! ;-) ich denke nicht. meine ohnmacht, gegen doofe sprüche schnell noch einen besseren rauszuklopfen, ärgert mich trotzdem.

Kommentare:

twoouts4me hat gesagt…

ich würd jetzt gern den Eintrag liken :)

madove hat gesagt…

Genau so gehts mir auch oft, auch wenn ich generell face2face nicht besonders gut im Gegenargumentieren bin, (nichtmal bei Frauenrechten), sondern ich bin dann oft sehr feige und stumm, und schiebe die jeweilige Person im Geiste traurig zu den anderen Uninteressanten.

Am schlimmsten in der Tat, wenn es in einem unerwarteten Kontext passiert. Oder bei Leuten, die man eigentlich mögen wollte.