Sonntag, 15. Januar 2012

2012

Mit Freuden habe ich bei Blogs, die ich verfolge, die guten Vorsätze fürs nächste Jahr gelesen; und die Stöckchen übers alte Jahr fast noch lieber. Hinter allen versteckt sich das Muster: Anders als das letzte muss es werden.


Meine Vorsätze für das Jahr 2011 waren jene, mehr zu saufen, mehr zu rauchen und mehr Sex zu haben. Nicht zu rauchen, nicht zu trinken und brav die Kilos abzunehmen, die mir an mir nicht gefallen, hat nämlich bisher noch nie so richtig funktioniert. ;)

Was mir damals nicht so ganz bewusst war, war wohl die Nebeninformation: nämlich dass es mir, wenn ich diese Dinge tue, meistens einfach sehr gut geht.

Daher sieht 2012 für mich etwa geplant so aus:



gut.




(vorhang fällt, ich verbeuge mich und warte hoffnungsvoll auf das geklatsche.)

Wachstumsschmerz

Gestern saß ich mit der Musikerin im Auto, ich mit Tränen in den Augen. Wir sprachen darüber, wie schlecht ich es verkrafte, sie nicht zu verstehen; wie schlecht auch MIR geht, wenn es ihr schlecht geht, vor allem, wenn es keinen klaren Grund dafür gibt und ich nichts dagegen tun kann. Ich habe ihr gesagt, dass ich nicht mal sehen kann, dass ich sie sonderlich glücklich mache, bei all ihrem Unglück, das sie mit sich selbst herumträgt. Ich habe schon darüber geschrieben, dass sie von uns beiden die "Planlose" ist; das wird zur Belastungsprobe.

Ich glaube fest daran, dass man zuerst mit sich selbst klar und voller Respekt und Liebe sein muss, um das mit anderen auch sein zu können. Das fehlt bei ihr ganz und gar. Das weiß ich, das weiß sie. Für die Konsequenz sind wir glücklicherweise nicht bereit. :-)


Dennoch ist sie nicht die Einzige, die unlesbar und kompliziert ist.
Ich bin in einer Phase voller Wachstum. Wegziehen, Diplomarbeit, Beziehungen und Freundschaftsbänder, die sichtlich zerreissen. Entscheidungen, wie jene, um gewisse Freundschaften nicht mehr zu kämpfen sondern sie ruhen zu lassen, gehören zu einem schmerzhaften Alltag und so erlebe ich mich auch derzeit: sensitiv, Schmerzempfindlich, entscheidungsscheu aber Entscheidungen treffend. Seit nun gut sechs Monaten bin ich orientierungs- und leicht haltlos; ich suche nach dem großen Ganzen und verkrieche mich vor meiner Diplomarbeit, weil mich dahinter (danach) nichts bestimmtes erwartet, nichts, worauf ich mich verlassen könnte. Also stürze ich mich in alle Gedanken, die es drumherum so gibt - den Umzug ins Ausland, den social stress (ihr solltet mal mein Sozialleben sehen - mein Terminkalender boomt).


Ich wachse und es tut weh. Schlimmer noch als die Erwartungen anderer sind meine eigenen an mich selbst und ich lebe meine persönliche quarter life crisis so richtig in vollen Zügen aus. ;-)



Samstag, 7. Januar 2012

wollen ist nicht gleich können

..... aber es ist die hälfte der strecke.

Mittwoch, 4. Januar 2012

zwei sein - is there a difference betweeten darkness and light?

"Jeder ist ein Mond und hat eine dunkle Seite, die er niemandem zeigt." Mark Twain





Gestern Nacht wurde mir etwas bewusst, worüber ich zuvor wohl noch nie so richtig nachgedacht hatte. Ich sprach mit meiner Freundin über Lesben und darüber, dass ich die wenigsten von ihnen kenne (und auch nicht kennen möchte). Und dass ich das sehr wohl mal "probiert" habe, aber eben nicht in den Kreis der Lesben passe; eben, weil ich auch Männer interessant finde und mich richtig unwohl fühlte, beides zu wollen.

In den Kreis meiner (eigentlich nur-)Heterofreunde passe ich wohl noch "besser", fühle mich aber oft un- oder missverstanden: In einer Welt, in der betrunkene, junge, attraktive Mädchen mit anderen betrunkenen, jungen, attraktiven Mädchen rumknutschen, um gröhlende Jungs zu beeindrucken, ist Bisexualität zu so etwas wie "Männer lieben, aber auch mit Frauen rummachen" geworden. Ich habe das immer als die Pseudobisexualität benannt und habe bisher äußerst wenige meinesgleichen getroffen. Ich meine - wirklich meinesgleichen! Natürlich begegnen einem viele, die erzählen, auch große Neugier und Interesse am eigenen (oder doch anderen) Geschlecht zu haben; aber ich hatte noch nie das Gefühl "Ja. Du verstehst mich jetzt."

Ich habe mich noch nie in ein Geschlecht verliebt; noch nie in ein Geschlechtsteil, tolle Titten oder Schwänze; sondern immer in einen Menschen. Ohne Frage war es immer von Bedeutung, ob dieser Mensch auch attraktiv für mich war/ist - aber auch das war wiederrum nie von seinen Geschlechtsmerkmalen alleine abhängig.

In meiner Familie merke ich immer wieder, wie viel leichter es ihnen fallen würde, wenn ich ihnen doch eine einfachere Kategorie anbieten würde: lesbisch oder hetero. Dieses dazwischen mit zeitweiligen Tendenzen (und schon auf diesen Tendenzen fühle ich mich manchmal regelrecht "festgenagelt") verunsichert; und ich merke wie andere (wie auch ich selber) für sich gerne entscheiden, "EH mehr das eine als das andere" zu sein. Das äußerst sich meist in Fragen, ob ich nicht das ANDERE Geschlecht doch gerade vermissen würde... Die Fragen tun mir immer ein bisschen weh; es ist die Frage nach einer Vollständigkeit.



Bei der Musikerin sind mir Kommentare über Exfreunde teilweise richtig unangenehm; wenn ich mit meiner besten Freundin über Schwänze kichere und sie dabei ist, frage ich mich, was sie wohl denkt, und sie hat mir bereits eröffnet, dass sie viel mehr Angst davor habe, dass ich sie mit einem Mann betrügen würe, als mit einer Frau. Der Preis dafür, an beidem interessiert zu sein.
Selbst, als ich ihr erklärte, dass es für mich nicht nach Schema Geschlecht abläuft ("Ich habe XX und bin von XX gelangweilt also würde ich XX nur mit XY betrügen") sondern eine Frage des Menschen ist, hatte ich nicht den Eindruck, dass sie mir tatsächlich nachempfinden konnte.


Noch schlimmer ist es, wenn meine männlichen Partner es auch noch belächeln, mir "Eskapaden" mit Frauen erlauben, weil es ja ohnehin nicht gleichwertig sei; nicht so schlimm, als würde ich sie mit einem Mann betrügen. Das ist das widerlichste Gefühl; nicht nur, dass mein Dasein, mein Liebesleben mit jemand Zweitem für minderwertig empfunden wird, nein, man erlaubt es mir auch noch netterweise. Diese Denkweise ergibt sich wohl auch aus dem heutigen Bild der Bisexualität.



Obgleich ich immer den Ansatz vertreten habe, dass wir alle Menschen der Liebe sind - und dementsprechend uns immer zufällig in jemandem verlieben, lerne ich Tag auf Tag, dass ich vielleicht falsch liege. Und dass vielleicht nicht die anderen nur noch nicht auf den Hund gekommen sind, sondern ich




irgendwie anders bin.

Dienstag, 27. Dezember 2011

my favourite game (cardigans)

I don't know what you're looking for
you haven't found it baby, that's for sure
You rip me up and spread me all around
in the dust of the deed of time

Die Musikerin und ich entwickeln nach nun einem Monat (Wahnsinn! Die Zeit vergeht..) erste typische Muster. Unter anderem zum Beispiel, dass ich die Starke von uns beiden bin und sie die Planlose, und dass es dazu gehört, dass ich oft in Worte fasse, wie sie sich fühlt.

And this is not a case of lust, you see
it's not a matter of you versus of me
It's fine the way you want me on your own
but in the end it's always me alone

Ich versuche mich in manchen Belangen ganz stark zu distanzieren, die nur indirekt mit mir zu tun haben. So ist sie beispielsweise in ihrer Familie nicht geoutet. Und - obwohl die Mutter doch durchaus alles überreisst und auch anspricht - ist sie nicht bereit, darüber zu sprechen. Auch wenn ich mich versuche, so wenig wie möglich einzumischen und ihr Zeit zu geben, sind die Konsequenzen für mich echt manchmal nervig. Nicht öffentlich dies oder das, nicht übernachten weil es komisch aussieht, ... könnt ihr euch erinnern, als ich schrieb, ich fühlte mich zurückversetzt in eine Zeit, in der es nur ums Flachlegen ging? So geht es mir nun schon eine Weile und diese Zeit - kurz gesagt - gefällt mir nicht (mehr). So lustig es ist, sich einmal schnell wieder anzuziehen weil irgendwer nach Hause gekommen ist - so wenig Spaß macht es beim zweiten Mal. Da dies aber Konsequenzen sind, die sich aus ihren Entscheidungen und ihrem Verhalten ergeben, habe ich damit einfach umgehen zu können. Schwer fällt es mir dennoch.
Ich merke auch, wie ich sie in Richtungen pushen möchte und dennoch weiß, dass das nicht mein "Kampf" ist, sondern ganz alleine ihrer. Aber im Klappe halten bin ich schlecht und im Verstecken von Leicht-Genervt-Sein-Von-Konditionen noch schlechter.

And I'm losing my favourite game
you're losing your mind again
I'm losing my baby
losing my favourite game

Wir gehen dennoch in großen Schritten auf eine Beziehung zu, bei Verhalten ("Ich will nicht, dass es andere gibt") und Bezeichnungen ("Freundin") sind wir mittendrin, mein Herz jedoch verlangt noch nach Zeit und keinem Druck; was aber nicht wirklich machbar ist. Über uns schwebt so eine tickende Auslandsuhr; und auch wenn ich durchaus die Möglichkeiten hätte, jedes Wochenende heimzukommen o.ä., so habe ich das definitiv nicht vor. Ich hatte nie vor in einer Beziehung wegzugehen.

I only know what I've been working for
another you so I could love you more
I really thought that I could take you there
but my experiment is not getting us anywhere

Eine Beziehungsklärung mit Mister North war wirklich wichtig für mich; sie fand zwar äußerst spät statt und es wurde lange nicht alles gesagt, was gesagt werden müsste (oder was von meiner Seite raus muss), aber es wurden endlich Linien und Grenzen festgelegt, die vorher gar nicht oder nur schwammig vorhanden waren. Tatsächlich ist Mr. North jemand, dem ich drei Sommer lang hinterhergelaufen bin wie ein Teenager und den ich dann letztlich - zu meiner völligen Überraschung - auch haben konnte. Mit seiner freundlichen Art und seinem Interesse an meiner Person hat er mich völlig überfordert, da ich nach einem ONS ganz anderes männliches Verhalten gewohnt bin - nämlich dieses "Angst, dass sie sich mich verknallt"-Verhalten, das durch Distanz und klare Sex-Aussagen bestimmt ist. Nun weiß ich, was dahinter steckt und es hilft mir, mich auf das JETZT zu konzentrieren - da auch Mister North nun schon einen Monat her ist (wie gesagt, die Zeit vergeht..). Dennoch hat er mir gezeigt, wie Körperjazz klingen kann und so leicht zu vergessen ist er aus meinem Kopf nicht.

I had a vision I could turn you right
a stupid mission and a lethal fight
I should have seen it when my hope was new
my heart is black and my body is blue

Ljubljana rennt in schnellen Schritten auf mich zu und ich vergrab mich derzeit mit geschlossenen Augen lieber vor den Konsequenzen, den dazu gehörenden Fragen all den Aufgaben, die es zu erledigen gilt. Natürlich auch vor diesen bösen Analysen, die längst in meinem Kopf schwirren. Wo will ich denn dann überhaupt hin? Und wenn es schon hier schwierig mit Konditionen ist, wie wird es es dort? Lieber noch ein bisschen von der Musikerin und einer leichten Welt träumen...

And I'm losing my favourite game
you're losing your mind again
I'm losing my favourite game
I've tried but you're still the same
I'm losing my baby
you're losing a saviour and a saint



Ich trete in ein paar Tagen in meiner Heimatstadt auf und soo viele Freunde haben sich angemeldet - auch Familie - um zuzuhören, ahhh ich bin aufgeregt und nachdem ich das Lied derzeit tausendfach hören kann, vielleicht sollt ich es einfach auch singen....


it's so much me.

Freitag, 16. Dezember 2011

Manchmal haben wir eine solch konkrete Phantasie von dem Ablauf von Dingen, dass wir mit der Realität dann gar nicht umgehen können.



Zitat des Tages:

"Ich bin voller Gedanken und äußere daher nicht immer den richtigen."


Mittwoch, 14. Dezember 2011

erase & rewind, cause I've been changing my mind.

Die meisten Muster, die wir haben, brechen wir auf, indem wir sie bemerken, besprechen, aufarbeiten und verstehen lernen - denn spätestens dann verändern sie sich auch. Da gibt es zwei Muster, die an mir in der letzten Woche erkannt habe; die sich aber schwer verstehen lassen und manche vielleicht auch nicht zu ändern sind (nicht alles muss umgekrempelt werden - manches nur verstanden).

Das ist zum einen das Verhaltensmuster, dass ich kaputte Menschen anziehe sowie sie mir aussuche. Mit solchen Begriffen gehe ich ehrlich sehr vorsichtig um; und auch nicht jeder der irgendwelche Probleme hat, ist automatisch kaputt. Ich suche mir Menschen die mich brauchen, und wenn sie es nicht tun, dann tue ich genug dafür, bis? oder dass sie mich brauchen. Nur um mich dann aufzuregen, dass ich immer "überraschend" an Leute gerate, die ich therapiere.

Und zum anderen weisen alle meine Exfreunde/freundinnen, Sexfreunde/freundinnen sowie Leute, mit denen ich emotional irgendwie verwickelt war, eine Gemeinsamkeit auf: Und das ist ihre Geschwisterposition (durch die Bank Einzelkinder oder Erstgeborene). Während in meinem Freundeskreis eine sehr hohe Heterogenität herrscht, scheine ich mir meine PartnerInnen nach Schema X auszusuchen - das behauptet zumindest die Schwarz-auf-Weiß-Liste.

Wer in das Schema nicht hineinpasst ist die Musikerin, mit der ich nun langsam auf etwas zusteuere, von dem ich mir noch nicht ganz sicher bin, was es dann bedeutet. Das Entschleunigen und vom-Gas-gehen klappt - und mit dem Schritt, vom Gas zu gehen, war sie scheinbar bereit aufs Gaspedal zu steigen ... das Ergebnis: der Motor schnurrt unter unseren Füßen. Es läuft / rollt / schnurrt :D

Was das allerdings bedeutet, dass sie in keines meiner Schemata zu pressen ist (Beuteschema, Geschwister/Gruppenposition), das weiß ich nicht so recht. Richtig lustig ist es, zu beobachten, wie Leute auf ein lesbisches Pärchen reagieren (ich muss das von meiner Exfreundin schon vergessen haben) - und ich rede nicht von zwei wild knutschenden Girlies sondern von zwei schönen Frauen, die Händchen haltend durch die Stadt laufen. Auch wieder etwas, was ich neu erlernen muss - die ungewollte Aufmerksamkeit.





Ansonsten läuft's drunter und drüber. Ungelogen. Von Zu- und Absagen fürs Auslandssemester (Paaaaanik) zu einem absolvierten gruppendynamischen Trainingsseminar (viel geweint, viel gelitten, viel gelernt). Und zum Abschluss noch die Feststellung:


Ich will nicht, dass mein Auslandssemester die Entwicklung der Musikerin und mir im Weg steht. Ich will aber auch mindestens genauso wenig, dass die Musikerin und ich meine Erfahrung im Ausland auch nur irgendwie blockieren.




Und Jazz kitzelt mir im Bauch ...... und ich bin bereit, das Kitzeln herauszufordern....


mit dem Wissen um die Konsequenz. Wie schon Mister North sagte: "Lass dich fallen, du musst hier nicht die Kontrolle haben." Die Worte vergess ich nicht mehr so schnell...

Sonntag, 4. Dezember 2011

Kein Mensch ist so beschäftigt, daß er nicht die Zeit hat, überall zu erzählen, wie beschäftigt er ist.
Robert Lembke


Es ist durchaus nicht dasselbe, die Wahrheit über sich zu wissen oder sie von anderen hören zu müssen.
Aldous Huxley



Menschen mit einer neuen Idee gelten so lange als Spinner, bis sich die Sache durchgesetzt hat.
Mark Twain


Wer in einem gewissen Alter nicht merkt, daß er hauptsächlich von Idioten umgeben ist, merkt es aus einem gewissen Grunde nicht.
Curt Goetz


Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, so gib ihm Macht.
Abraham Lincoln



Es gehört oft mehr Mut dazu, seine Meinung zu ändern, als ihr treu zu bleiben.
Friedrich Hebbel

Donnerstag, 1. Dezember 2011

verlernt und neu lernen

vor nicht allzu langer zeit pekierte ich mich darüber, dass es küssen nicht mehr ohne liebe oder sex gibt und dass man nicht mehr "einfach nur schmusen" könne. nun scheint es, als hätte ich das selbst verlernt. als ich - vor auch nicht allzu langer zeit - mister north kennenlernte und "abschleppte", war relativ klar, wo wir hinwollten und es gab auch kein langes spiel darum. ich weiß auch nicht, wann ich das letzte mal nicht irgendwann in völliger wildheit meine klamotten vom leib gerissen hätte oder reissen hätte lassen. wir haben miteinander funktioniert, ohne, dass man das groß herausfinden hätte müssen. es gibt eben die sorte mensch, mit der man einfach wunderbar kompatibel ist.

nun stehe ich vor einer ganz neuen erfahrung: ich habe das kennenlernen verlernt. nicht das streicheln oder die kleinen berührungen, bevor es zum äußeren kommt. ich habe verlernt, zeit zum kennenlernen zu haben und das auch zu genießen. das fühlt sich in etwa so an:

ich dränge und dränge und stelle dann seufzend und "okay" sagend fest, dass ich ein zu hohes tempo fahre. ich kenne das nicht. in meiner erinnerung war das ein problem, dass so manche ältere exfreunde bei mir hatten, als ich noch (zu) jung (für alles ;) war. aber dass es mir hier passieren würde, mit ihr, darauf war ich nicht vorbereitet. und ich fühle mich wirklich ein bisschen wie ein 25jähriger, der gerne einen teenager flachlegen würde.
missversteht mich nicht, es geht hier nicht um sex oder darum, dass ich da unbedingt hin möchte - das ist es ja. wir haben für alles zeit. aber ich kenne das nicht...


und im hintergrund singt funny van dannen "eisprung, eisprung, eisprung, wir feiern eisprung, die ganze nacht.."

Montag, 28. November 2011

12 Stunden, zwölf Leben. Zeit ist relativ.

Musik - Eine Liebesgeschichte

Ich hatte mich an die Popmusik gewöhnt, zunächst hielt ich sie für bescheuert, bis ich feststellte, dass sie einem langfristige Zufriedenheit bringen kann, wenn auch kaum Höhepunkte oder Tiefgang bietet. Es schien so, dass ich wieder offen für das Musikhören war, also kam ich auch wieder in Berührung mit einem Klassiker - der Klassik - der viel Aufmerksamkeit und auch Intelligenz abverlangt. Die Klassik als Genre hatte mich immer schon fasziniert, ich hatte mich bisher aber nie "drübergetraut", kann man sagen.
Nun war ich aber wirklich into pop again und fühlte mich dabei auch ein bisschen so, als wäre ich wieder vierzehn, fünfzehn... Jedenfalls wollte ich mich für eines der beiden Genres entscheiden, allein schon, weil sie nebeneinander nicht so dolle existieren wollten. Gerade, als ich mir meiner Sache sehr sicher wurde und mich mit ihr wohl fühlte, griff jemand zum Kontrabass und legte meine Hand wie völlig selbstverständlich auf den Korpus des Bass.. und es hat mich einfach berührt. Ich konnte, musste nicht mehr denken, mein Kopf ging einfach nur im Takt mit und ich konnte alles fallen lassen, während mir der Jazz ins Ohr zu flüstern schien "Dein Arsch, Baby, der gehört mir". Ich ließ fallen, ich ließ mich dominieren und ich hatte eines erlebt: Tiefgang. Am nächsten Morgen wachte ich auf und dachte mir: Das lässt sich nicht mit Pop vergleichen. Aber ich kann auch nicht mit beidem leben. Der Tiefgang, den ich erlebt hatte, ist nicht immer da. Jazz ist vielseitig. Er spielt mit dir, mit deinen Sinnen und du kannt ihn in vielen Stimmungen erleben, aber ich kann nicht neben ihm aufwachen. Mit Pop allerdings schon, der lässt meinen "Arsch" aus dem Bett tanzen.

Ich kann nicht alles haben. Ich halte euch am Laufenden.


Nun, danke, Anita O'Day.


h e u t e
Lange ersehnt ist sie endlich da: die Zusage, dass ich nächstes Semester in S. studieren kann. Neues Land, andere Sprache.. ich freu mich. Ehrlich. Und irgendwie auch garnicht. Und jetzt kommt die Angst vor Neuem und vor den Veränderungen. Mal ganz abgesehen von den zwischenmenschlichen Fragen, die sich damit stellen.


Meine Tante ist heute verstorben. Trotz dessen, dass es keine Überraschung ist - sie hat lange gegen den Krebs angekämpft und viele Male gewonnen und diesmal eben verloren - ist es komisch. Es ist egal, wieviel Vorbereitungszeit man darauf hat. Den, den es am meisten treffen sollte, genau der wirkt mehr erleichtert. Auch verständlich. Als ich ihn auf einen Nebelspaziergang einlud (mit Option auf reden oder eben-nicht), nutzte er die Gelegenheit mir zu sagen, dass er das Gefühl habe ich würde ohnehin nie mit dem Studium fertig werden und mein Bruder sei der einzige von uns Kindern, der das noch schaffen könne. Und eine Diplomarbeit sei nun wirklich keine Dissertation und das müsse wohl gehen.
Weder der Tonfall noch der Message sind sonst so seine Art. Aber es musste wohl auch genau heute raus, und nach jenen Nachrichten habe ich es nicht gewagt, dagegen anzukämpfen oder zu widersprechen. Ich habe brav geschluckt und nun liegts da - wie Steine im Magen.


Den ganzen Tag liegt meine Stadt schon im Nebelsuppentopf - selten habe ich das so genossen wie heute. Ich wohne nah einem Gewässer, das den Nebel noch so richtig schön dicht und intensiv macht. Oft empfand ich den Nebel nur als gruselig, deprimierend und grau - heute erscheint er mir magisch, mystisch, atemberaubend schön, unberechenbar. Man kann sich darin verlieren. Und ich habe dem Nebel heute mindestens zwanzig Liebeserklärungen gemacht. Er hat reagiert, und hat zugemacht, dichtgemacht.


Heute gabs so viele Ups und auch jenes Down, sodass mein Kopf richtig davon dröhnt und schmerzt. Und ich nur mehr am Fenstersims sitzen möchte und dem Nebel beim Schweben zusehen.


Früher hab ich das in maximalster Form im Sex etränkt. Wenn mir alles zu viel wurde, gab es immer den Bettsport, der mich wach machte, mein Hirn fähig, meinen Körper aktiv, und, nicht unwesentlich: mein Herz verschlossen. Damit ließ sich alles aushalten. Was mache ich also heute stattdessen?



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Die Frau der Signale sagte mal in einem anderen Zusammenhang "Es ist ein einziges Schreiben und Löschen" - und heute glaube ich, dass es hier um Leben geht.. ein einziges Schreiben und Löschen.