Montag, 20. August 2012

gedankenfetzen

Wenn ich Leute kennenlerne, geht es manchmal ganz schnell. Meine Sinne sind dann äußerst scharf und ich präge mir ein Bild des Menschen ein, stelle Fragen, und dann ergibt es sich: Wieder so eins von diesen Gesprächen. Der Extrakt eines Lebens in zwanzig Minuten. Wie kommt es nur, dass das Leben anderer sich so glasklar darstellt, während das eigene sich hartnäckig jeder Bewertung und Reflexion entzieht?

Mit dem Tod des Kindes einer guten Freundin kann ich überhaupt nicht umgehen. Bin nicht fähig, zu fragen, wie es ihr geht, ohne mich zu fürchten, was ihre Antwort sein könnte. Es gab einen Versuch eines Telefonats, in dem ich dachte, "normal" sein sei vielleicht das Beste, und das hat sie verletzt. Aufgewühlt. Als würde ich den Verlust ihres Kindes (!) gar nicht bemerken, oder als das empfinden, was es aber ist: ein riesiges schwarzes Loch im eigenen Leben. 
Wir bekommen erst einen Bgeriff von dem ganzen Umfang des Bösen, wenn wir anfangen, es zu bekämpfen. Erst, wenn wir ein Licht in der Dunkelheit anzünden sehen wir, wie groß sie ist.

 Meine beste Freundin wohnt seit diesem Wochenende nun in einer anderen Stadt ein paar Stunden entfernt von mir. Ich bin gerade auf ihrer neuen Couch ;) und das Loslassen, das wird ein laaaangwieriger Prozess. Das weiß ich jetzt schon. Das Glückwünschen hab ich drauf, aber das Gehenlassen ist nochmal eine ganze andere League.


Es leuchtet ein anderes Licht aber derzeit wahnsinnig hell. Es leuchtet mir aus Deutschland einen schönen Weg, auf den ich mich am Donnerstag begebe: Ich fahre zu Peanut. Um die Dinge, die ich seit Mai im Kopf habe, endlich zu tun. 


Welche Dinge ich meine? Das finde ich mal selber heraus :) Ich freue mich wie irre. Auf sie, auf uns.  Alles andere kommt nachher.

Samstag, 11. August 2012

V.

Du warst noch nicht einmal auf der Welt und wurdest so geliebt. Der Platz war längst dein, dein Zimmer eingerichtet, man hat nur noch auf deine Ankunft in der Welt außerhalb des Bauches deiner Mama gewartet.


 
Doch du hattest keine Chance, die Welt so zu erblicken, wie man sie dir ermöglicht hätte. Du wärst geliebt aufgewachsen, behütet, mit einem Heim mit großartigen, verständnisvollen Eltern und lieben Geschwistern. Du hattest und hast diesen Platz, doch man hat dich verloren, bevor all das passieren konnte.


Aber du warst da. Spürbar. Diese acht, fast neun Monate Erinnerung bleiben.
Es ist unsagbar. Unsagbar schade und traurig, dass du all das nicht erleben konntest, was du verdient hättest.
Und unsagbar schwer für deine Eltern; deine Mutter, deren Stütze ich gern sein würde, aber nicht im Geringsten weiß, wie. Es braucht so viel Kraft für diesen Weg -  ich bange darum, dass sie sie hat.


Ich hätte dich gerne kennengelernt, V. Und ich hätte dich bestimmt sehr, sehr lieb gehabt.




Meine Naivität trifft nur selten auf die Art Realität, in der mein kausales Weltbild nicht mehr haltbar ist. Nihil fit sine causa kann baden gehen, untergehen, um genau zu sein. Das funktioniert bei Wehwehchen, nicht hier. Und hier will auch an keinen Grund glauben. Hierfür gibt es keinen beschissenen Grund. Tage zuvor stirbt ein Studienkollege an einem Herzinfarkt. Und meine Beste zieht nächste Woche weg. Das ist zuviel Weltschmerz. Und zuviel Grund, um noch auf Determinismus und ein physikalisches Prinzip wie abgeschlossene Kausalität zu plädieren.

Dienstag, 31. Juli 2012

Und jetzt?

Ich bin eine emotionale Läuferin. Ich habe eine recht gute Kondition dafür, dass ich in völlig unregelmäßigen Abständen laufen gehe. Man kann es an meinem Befinden messen: Ist was, dann laufe ich besser. Und mehr.

Bei der Trennung mit meiner Ex - beim streitenden, wütenden Teil der Trennung - bin ich bei Minusgraden mit Shorts und Shirt laufen gegangen, ich weiß noch genau, wie meine Lunge bei jedem Einatmen schmerzte und wie ich doch rannte, rannte, und rannte.

Ich laufe, um mich glücklich zu machen. Letztens hab ich mir die Beine aufgeschürft, war voller Gatsch - und einfach zufrieden. Fühlte mich einfach frei.  All das geben mir der Wald, die Musik im Ohr und meine Beine.


Ich laufe auch, wenn mein Hirn nicht mehr funktioniert. Ich wecke mich auf, meine Gedanken ordne ich, die Musik hält meinen Rhythmus, und ich komme jedes Mal entspannter zurück. Geordneter. Meine besten Schreib-Ideen sowie meine schönsten Songtexte geschrieben, Lösungen gefunden und meine intensivsten (klügsten?) Entscheidungen habe ich meist beim Sport getroffen.

Heute bin ich zweieinhalb Stunden durchgerannt. Immer, wenn ich die Möglichkeit hatte, heimzukehren, habe ich die nächsten Höhenmeter angesteuert (ich laufe Berg). Bin an einer Stelle rausgekommen, an der ich einen wunderschönen Ausblick hatte, stand in der Sonne, heulte ca. zehn Sekunden, und rannte weiter.  Ich rannte.

Puh, da kam einiges die letzten Tage. Einiges. Und nichts. Und es ist so weit: ich hab eine Situation so weit getrieben, dass nicht nur ich, sondern auch Peanut gegen den Kopf gegen die Tischplatte hauen möchte. Ich hätte, ich sollte, ich wäre...  Alle gedachten Sätze beginnen mit Konjunktiv. Und stehen unvollendet da. Da rollt was. Und ich fürchte mich, weil von Optimismus besser mal keine Spur. Jeder schöne Herzschlag trifft auf eine Realitätsohrfeige. Tutto crolla, ma nulla crolla.

Und heute, so ausgepowert bin ich lange nicht mehr gewesen, komme ich ohne Antworten an. Nur mit neuen Fragen.



Und jetzt?


a rainy day
a stormy night
nothing I do seems right

Dienstag, 17. Juli 2012

Polygamie

"Das ganze Leben ist der Versuch, es zu behalten." (Ingeborg Bachmann)

Ich lebe seit etwa viereinhalb, fünf Jahren in einer Beziehung. Es ist wohl die längste Beziehung bisher. Und wahrscheinlich auch von allen die schönste. Ich denke nicht, dass ich je wieder so eine Lebenspartnerin finde.

Meine Partnerin habe ich nun allzulange Zeit "nur" "beste Freundin" genannt. Letztlich waren wir immer mehr als nur das füreinander. Um das ein bisschen zu konkretisieren, es geht hier zwar auch viel um Emotionalität, aber eben ganz viel um Struktur. Wir führten einfach immer eine Beziehung. Telefonieren vorm Schlafengehen,  einfach ALLES miteinander teilen, und ganz viel von dem haben, was man sonst nur in Partnerschaften erhält. 

Das Ganze hat immer leicht eingebußt, sobald eine von uns in einer "echten" Beziehung war. Dann wurde die andere (und das war meistens ich, weil ich länger single war & bin) zwar nicht links liegen gelassen, aber erstmal partnertechnisch vernachlässigt. Vernachlässigt, das heißt - freundschaftlich nie, aber - manche Strukturen, wie das Gute-Nacht-sagen u.ä. wurden weit weniger oder hörten gänzlich auf.

Sie lebt also derzeit polygam. Wenn ich ehrlich bin, mochte ich "uns" immer fast noch ein bisschen mehr, wenn wir "monogam" waren. (Ich glaube, ich bin manchmal besitzergreifender, als ich es zugeben möchte.) Ich hatte sie ganz, ich musste sie nicht teilen.

Und nun geht sie vielleicht weg.  Sie darf auch. Ich will sie nicht hier halten, nicht festhalten, nicht anketten. Weggehen, das heißt wegziehen, ihrer Beziehung willen (und, der beste und wichtigste Grund, ihrer selbst willen). Weggehen, das heißt weg von mir. So ist es ein bisschen.


Wenn es so ist, wie es mit uns  in Ljubljana war, wird es vielleicht nicht klappen, uns aufrecht zu erhalten. Jemanden in eine andere Welt zu "entlassen", in der man kein Teil davon ist, selbst wenn man dorthin eingeladen wird: man ist nur Gast. Nicht Bewohner.

Auch wenn ich vor all dem Angst habe, trete ich der Zukunft gerne entgegen: Ich bin bereit, es auszuprobieren und Antworten auf meine Fragen zu finden.Was aber von den heutigen Gesprächen übrig bleibt, ist dieses Wort: Polygamie.
Und es stimmt, es ist möglich. Wir lieben. Und manchmal mehr als nur einen Menschen. Und ich verstehe jede/n, die/der bei der Qual der Wahl, sich auf eine/n festzulegen, verzweifelt, wegrennt, scheitert.



Doch manchmal, manchmal geht es eben mehr um die Entscheidung selbst als um den Effekt.



"Liebe = ein Kunstwerk." (Ingeborg Bachmann)


Dienstag, 10. Juli 2012

fühlen. einfach fühlen.

"Wenn du immer wieder das tust, was du immer schon getan hast, dann wirst du immer wieder das bekommen, was du immer schon bekommen hast. Wenn du etwas anderes haben willst, mußt du etwas anderes tun! Und wenn das, was du tust, dich nicht weiterbringt, dann tu etwas völlig anderes - statt mehr vom gleichen Falschen!"
(Paul Watzlawick)


Alles haben. Das will ich! Überall gleichzeitig sein,alles haben können, nichts einbüßen, niemanden dabei verletzen, niemandem etwas wegnehmen. Mir das Unmögliche ermöglichen, jede Möglichkeit greifen und jeder Unmöglichkeit ihr UN wegnehmen. Ich denke nicht, dass ich gedanklich je so frei war. Nicht einmal mit naiven fünfzehn. Ich hätte nie gedacht, welchen Freiheits-, welchen Luftdrang dieses Semester in mir auslösen würde. Doch plötzlich scheint sich mir die Welt geöffnet zu haben, mehr, und anders zuvor. Nicht wie eine Tür, die jetzt ihren Spalt erweitert hat, nein; mehr als wäre ein Schleier vor meinen Augen weggezogen worden und mir ist klar: Wovor hatte ich eigentlich all die Zeit Angst?

Angst zu leben? Angst vor Rückschlägen? Angst vor Gefühlen? Ich nehme unglaublich viel mit aus Ljubljana,
vor allem aber Angstfreiheit. Das einzige Thema, das noch riesig mit Angst besetzt ist, ist die Diplomarbeit. Aber die wird "gerade" (hauptsache ich blogge auf der Bibliothek...) bekämpft. 
Zu sagen, was man denkt, ist ein Gewinn. Für einen selber und für andere. Besonders, wenn es die anderen nicht hören wollen. Dann schreit es so richtig aus mir heraus. Und so muss es sein. Es muss sich so anfühlen, es muss einfach.

 

Das Ankommen lässt sich schwer in Worte fassen. Ich fühle mich hier nicht mehr so zuhause. Für die anderen hat sich nicht so viel verändert für mich - natürlich, sie haben sich weiterentwickelt, sie befinden sich in neuen Phasen ihres Lebens, etc - aber letztlich fühle ich mich ein bisschen so betrachtet wie die, die ich vor einem halben Jahr war. So fühle ich mich aber nicht mehr.  Mir fehlt hier vieles. Ganz viel auch LUFT. 
Ich gehe die nächsten Tage erst mal in die Berge wandern, einsam in der Hütte schlafen, in der Hoffnung, es hilft...  denn, wenn man zwischen zwei Orten feststeckt, ist bestimmt ein dritter Ort die Antwort. Ich glaube, ich habe dort noch am ehesten die Chance, mir sicher mit mir selber zu sein.

Mir fiel ein Satz ein, den mein Krav Maga Trainer einmal gesagt hatte: „Du hast jetzt nichts anderes zu tun, als den Schmerz zu fühlen.“  
Und so fühlt es sich an - als wäre das jetzt eben meine Aufgabe.

Montag, 25. Juni 2012

es ist.... ein prozess.

meine diplomarbeitsbetreuerin sagt gerne "es ist.... ein prozess." über alles und jeden. und es stimmt: es ist eigentlich immer ein prozess. mein negativ-tsunami war teil einer welle, die sein musste. ein aus-mir-raus-schlüpfen, ein altes-kleid-anprobieren-ding. das kleid passt noch, es sitzt perfekt, nur kleidet es mich einfach nicht mehr. glücklicherweise ist zumindest eine sache gut dabei ausgegangen: das slowenische nicht-pärchen wurde zum slowenischen pärchen. oder zumindest zu slowenischem sex, wie auch immer, aber diese auseinandersetzung mit mir hat sie wohl letztendlich ein stück näher dorthin gebracht und keine/r von beiden ist mir böse. yej! 

immer eine frage der perspektive. was aus den einen augen zerstört, öffnet auf der anderen seite so manche tore. ich habe mit meinem verhalten ein paar tore geschlossen und erschreckendes feedback erhalten, das so gar nicht zu mir passt - "ich halte dich nicht für echt, ich weiß nicht, wieviel von dem, was du sagst, wahr ist".  ein tsunami-nachbeben. und mir ein paar chancen verbaut. das ganze zwischenmenschliche ding hier läuft in den letzten tagen auf hochtouren. es ist ein prozess.

dass es ein abschiedsprozess ist, das will mir noch nicht ganz klar werden. ich verdränge noch. dränge lieber, auf andere dinge, ablenkung. ist keine große schwierigkeit, mit so großartigem besuch. es ist so spannend, jemanden in deine "zweite" welt zu lassen, der dich so gut kennt und dir binnen minuten sagt, was los ist, ohne es eigentlich wissen zu können. wunderhübsche verrückte hundelady, ich fühl mich so unglaublich verstanden von dir. und lache so viel, so laut, so gerne. ich bin einfach nur froh, dass du vor fünf jahren in mein leben getreten bist. freundschaft? ein prozess. ein guter. der sich lohnt. 


ich will hier nicht weg. doch "dann bleib!" ist erstmal nicht die antwort. so wie auf "ich will" nicht immer ein "ich tu" folgt. es ist ein prozess.

Freitag, 15. Juni 2012

destructive tendency

Ich wusste es ja. Ich wüte!!! Heute war mein Negativtsunami an der Reihe. Das heißt für gewöhnlich, dass ich für alle scheine und tanze (und unfähig bin, für mich selber zu scheinen oder dass mir das genügen würde), alle von mir begeistert sind,  und am Ende der Nacht dann trotzdem alle mit hängenden Köpfen heimgehen, weil ich irgend etwas gemacht habe. Heute lässt sich das "Irgendetwas" wenigstens identifizieren.
Ich habe geträumt, mit einem Slowenen Händchen zu halten. Das hab ich ihm auch erzählt. Gelacht, gespaßt, kein romantisches Detail ausgelassen. Im nächsten Moment liegt die Kumpeline neben ihm leicht heulend in seinem Arm - da läuft zwar nix, hätte aber sollen, und ich hab mächtig reingefunkt. Das Mädl, das auf mich steht, ist mir Schritt auf Tritt gefolgt und durfte zusehen, wie ich einfach für jeden singe, tanze, blödle oder sexy bin - kurz: wie ich auf jeden wirke und das ohne Halt und Komma. Ich habs ignoriert, ihre eigene Schuld. Irgend einen Typen wollte ich zwar nicht, aber dass ihn jemand anders bekommt, wollte ich auch nicht, und hab ewig Hoffnungen gemacht, nur damit er letztlich enttäuscht alleine nach Hause geht. 

Ja, das ist alles nicht weiter schlimm und ja, das halten die alle so wie auch ich schon aus -

hätte ich das nicht eigentlich alles schon längst hinter mir gelassen. Ich bin enttäuscht von meinem eigenen Verhalten, back being 17. Die Konsequenzen sind mir allzu bewusst: das slowenische Nichtpärchen hab ich verletzt, meine Italienerin noch viel mehr, andere Leute hab ich bewusst manipuliert.



Manno, das ist so retro, diesen Song kann doch echt keiner mehr hören....!



(wie passend: Im Hintergrund läuft Seeed - What you deserve is what you get.)

Donnerstag, 14. Juni 2012

it's the end we need. (for a beginning.)

Heut war ich der totalen Meinung "danes je dan" (heute ist der Tag) - Diplomarbeiten, hackln, damit was weitergeht! In Ljubljana regnet es nun seit etwa vier Tagen fast ununterbrochen (in den paar Pausen radle ich dann jedes Mal irgendwohin, nur um doch letztlich vom Regen oder Hagel erwischt zu werden), und es hat sich tatsächlich so angefühlt, als würde heute mal viel weitergehen. ;)
Soll ich es wirklich überhaupt noch niederschreiben? Ich fürchte, es gibt leider überhaupt nichts zu prahlen. ;) Ich bin frustriert. Weil es sich heute als so "good work feeling" angeschlichen hat und so im Nebel landet.

Wieder mal beim Nebel gelandet: Habe letztens am Heimweg vom Fortgehen einen Nebelspaziergang gewagt, mit dem Ergebnis, das sie es "äußerst romantische Geste" empfand und ich als "etwas feucht, weil es nieselte". Da hat sich jemand in mich verknallt, und zwar schneller und mehr, als ich das gedacht hätte. 
 Und ich war glaube ich leicht naiv, wie ein 15Jähriger, der nicht checkt, was abgeht. Sie sagte "Ljubljana ist seit drei Tagen noch so viel schöner wie zuvor..." und ich, völlig gedankenlos, "Warum?"  
Sie ist vergeben (ich erspar mir den Kommentar) und, um das nicht nur auf ihr Gleis abzustellen: ich will sie nicht. Sie ist süß, sie hat mich geküsst, mehrmals, es war schön. Aber ich dachte mir "Du bist nicht der Mensch, den ich will." Beim ersten Kuss und bei jedem weiteren.

Nachdem mir das nun aber klar ist, musste ich das gestern aufklären. Das fiel mir gar nicht mal so leicht. Meine Wortwahl überrascht mich jetzt im Nachhinein, ich hätte vorsichtig sein können, oder nett, aber sie verdiente viel mehr eine Warnung. Ich sagte: "Don't fall for me. Just don't. Don't expect this from me, expect nothing, please don't expect a relationship. Don't fall for me. I am dangerous and destructive and even if you like it now, you'll regret it as soon as it's over."
Und es ist wahr: Ich bin in diesem zerstörerisch-wüterischen Mood, wenn alles möglich ist, ist es auch möglich, alles kaputt zu machen. In meiner Stimmung hätte ich auch wie ein Tsunami über sie fahren können. Und kein Wort davon sagen, dass da aus meiner Emotion nichts zu holen ist. Bin froh, dass ich mich für die aufrichtige Variante entschieden habe.

Die letzten Tage waren so irre intensiv: Peanut ging, meine Wahrnehmung von "alles aufsaugen" blieb und soll auch bleiben. Inzwischen ist der letzte Monat hier angebrochen - und zieht VERFLUCHT SCHNELL an mir "vorbei" oder wie "promaja" (kroatisch für Durchzug, und eigentlich auch nur ein Insider mit Kroaten, die das hier nicht lesen, Hilfe, Sinnlosigkeit olé) -es reißt mich mit.

Damit steh ich aber nicht alleine da: Es ist Abreisezeit. Das Ende von Erasmus naht. Die Stimmung ist großartig: Es wird alles probiert, jede Verrücktheit einfach gemacht, jeder Gedanke einfach ausgesprochen, jeder Mensch einfach abgeschmust, es herrscht einfach absolutes LEBEN. Das kann offenbar nur sein, wenn ein Ende vor der Türe steht. Was soll das? Warum braucht es dieses schwebende Damokles-Schwert, damit wir ehrlich zu uns selbst sind, zu anderen? Warum fühlen wir nur intensiv, wenn es nicht sein darf, nicht sein kann, nicht mehr lange anhält? Ich für meinen Teil habe beschlossen, sehr viel all diesem Gefühl mit nach Hause zu nehmen. Und es ist bereits komisch, es "nach Hause" zu nennen, weil Ljubljana das für mich ganz stark geworden ist. Ohne jede Spur von Sarkasmus. Dennoch kenne ich es auch nur als (Erasmus)-Studentin ohne Verpflichtungen, mit einer Menge Menschen, denen es gleich geht. Es ist nicht das normale Leben. 
 

Und genau so verhalt ich mich wohl auch ein bisschen - "nicht normal" :) Ich genieße, wo ich nur kann! Gestern bin ich mit Anlauf in eine riesige Wasserpfütze gesprungen. Ich war nass bis oben hin! Und so zufrieden!  :-) So ist das mit meinem Tsunamigefühl: Das ist positiv wie negativ. 

Ich vermisse sie. Auch schwarz auf weiß und so, dass ich es Monate später noch lesen werde können.  Ich bin dankbar, dass ich all das fühlen darf, dankbar dafür, dass es geweckt wurde. Ich hole alles raus, aus dieser Stadt und aus meinen letzten Wochen hier. Ich lebe so bewusst wie kaum zuvor in meinem Leben, glaube ich.





Mit der Musikerin gibt es immer wieder Versuche von Kontakt, sie enden im Nirgendwo. Ich verzichte für die Zukunft darauf. Es ist traurig, zu sehen, wie wenig sie mir mit etwas Abstand wohl bedeutet. Damit schreibe ich mir selbst mein Emotionsarmutszeugnis aus. Ich wollte damals so unbedingt, dass es funktioniert; habe jedes Fehlen von Gefühl mit nur noch mehr Beziehungsstruktur zu kompensieren versucht. Mit einem Monat Abstand erkenne ich ganz viel von meinem Verhalten als fehlerhaft an. Und im Versuch, für sie "da" zu sein, habe ich wiederrum genau das versucht zu kompensieren. Ich versuche, daraus zu lernen.

Donnerstag, 31. Mai 2012

der countdown läuft.

Mein Mund sagt "Auf Wiedersehen"
Und meinen tut er "Wo willst du hin?"
Mein Verstand versteht nicht ganz und lässt sich gehen
Wo Licht ist, ist auch Schatten


Mein Augen sagen "Komm zu mir rüber"
Wenn du dann da bist, schließ ich sanft meine Lider
Du verstehst mich miss und gehst wieder
Wie spul ich das denn jetzt zurück?

Ich sage "Bleib" und denk "Für immer"
Du lachst und machst es so nur noch schlimmer
Es tut so gut, mach es noch schlimmer
Du ziehst mich magisch an, ich zieh dich magisch an

es ist so weit. ich bin unwiederruflich mittendrin. ich genieße es. wahnsinnig. jeden moment des glücksgefühls. und auch jeden moment von "in your face".

Ich sage "Bleib" und denk "Für immer"
Du bleibst und machst es so nur noch schlimmer
So ist es gut, mach es noch schlimmer
Du ziehst mich magisch an, ich zieh dich magisch an

ich habe schon eine tendenz zu diesen nicht-beziehungen. diesen saisonalen romanzen, mit enddatum. ich fand genau diese romanzen immer besonders schön, es gab nur das jetzt, dieses romantisch-verklärte alltagslose jetzt, ohne alltag, ohne sorgen, ohne das zuviel. es war schon. ohne ecken und kanten und es war in seinem ende so unantastbar und erhaben wie es eine beziehung auf neutralem boden nie sein könnte. und vielleicht ist gerade diese option der retrospektiven verklärtheit der unbändige reiz der haltlosen romanze.

In meinen Träumen gehen wir gern Hand in Hand
Stattdessen rennen wir wieder los und sind spät dran
Die Frage, was nun wird mit uns Zweien
Umschiffen wir wie einen Eisberg



von manchen retrospektiven zehre ich heute noch. könnte leicht szenen aus dem ärmel schütteln, detailgetreu, und wieder nachfühlen.

Auf meiner Stirn steht es in großen Lettern
Willst du mit mir den Mont Amore erklettern
Bevor ich jetzt gleich noch etwas zerschmettere
Wie wäre es mit einem Kuss?

und das post-romantische baden in unerklärlichem leid konserviert das nie gehabt und doch so sehr gewünschte.

Ich sage "Bleib" und denk "Für immer"
Du lachst und machst es so nur noch schlimmer
Es tut so gut, mach es noch schlimmer
Du ziehst mich magisch an, ich zieh dich magisch an




sie hat eine freundin und kehrt zu ihr zurück. wir küssen uns nicht und dennoch scheint es die einzige nicht überwindbare grenze zu sein. und spannenderweise macht mich DAS nicht mal verrückt. ich kann es akzeptieren. finde auch, dass sie die richtige entscheidung trifft, um drei uhr morgens zu sagen "ich glaube, es ist nicht so klug, wenn du hier schläfst". und lächle verstehend. sich die hand im feuer verbrennen ist es nicht wert, wenn man auch zu jemanden zurückkehren kann, den man liebt. richtig? richtig.

Ich sage "Bleib" und denk "Für immer"
Du bleibst und machst es so nur noch schlimmer
So ist es gut, mach es noch schlimmer
Du ziehst mich magisch an, ich zieh dich magisch an.

dennoch ist das ihre seite. und ich hab meine. und die lautet, um es mit den worten von jack sparrow zu sagen: nimm was du kriegen kannst und gib nichts wieder her.

(MIA. - Magisch)

Donnerstag, 17. Mai 2012

well, there are some news.

ich habe die musikerin verlassen. fühlte mich danach zum ersten mal aufrichtig. zu mir selbst, zu ihr. wie oft hab ich sie angesehen und mir gedacht "das wird nicht funktionieren"? es hatte alles seinen sinn. es tat weh, es tat mir leid, aber vor allem: für sie. es war kurz gesagt richtig. klar vermisse ich sie. aber ich denke, großteils der zeit vermisse ich jemanden.

so richtig "alleine" bin ich dennoch nicht. dafür lenkt mich eine gewisse frau viel zu sehr ab - peanut. sie scheint in allem einfach das darzustellen, was an meiner beziehung mit der musikerin grundlegend bröckelte. aber auch unabhängig davon: sie ist ein ziemlicher hammer. wir haben nach wie vor kontakt. sehen uns. treffen uns zu zehnt, gehen zu zweit nach hause. ich halte sie eine stunde lang beim konzert im arm, wir halten händchen, sehen uns tief in die augen, wollen.. und tun nichts. ein verkrampftes verabschieden und "schnell weg hier, bevor noch was explodiert".  das nichts zu tun wird härter und härter. ich bin nicht ganz fair, weil ich um ihre beziehung weiß und sie trotzdem herausfordere - ich weiß das. aber ich habe mich entschlossen, dem fühlen erst mal den vorrang zu geben. so, wie sie ein recht auf ihre entscheidung hat "meine beziehung zu schützen ist mir wichtiger und es wird daher nichts geschehen" so hab ich auch ein recht auf eine andere entscheidung. meine lautet: ich mag sie. und verstecke meine neugier auf sie nicht. sie verlässt slowenien in zwei wochen und kehrt nach deutschland zurück. der gedanke will mir noch nicht so richtig in den kopf.  naja, jedenfalls "suffere" ich ein bisschen. wobei "ein bisschen" eine untertreibung ist. aber gut. würde ich auf ratschläge oder meinen verstand eingehen, gäbe es nur vergessen und abstand. weil ohnehin sinnlos. aber wie gesagt: mein herz ist dran. und wenn es nur dran ist, verletzt zu werden, dann soll es so sein.



die musikerin ist völlig am ende. braucht mich als freundin, hält mich als ex-freundin nicht aus. ich wäre gerne für sie da (wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, wohl deshalb, weil ich mein schlechtes gewissen so beruhigen würde), aber das geht sehr schnell und schon hab ich ihr falsche hoffnungen gemacht. das möchte ich nicht. ich sehe aber auch, wie sie eingeht. es ist schwer. aber trennungen sind nie einfach. dann wäre auch was falsch, nicht wahr?


ljubljana.. scheisse, ich liebe diese stadt!! ernsthaft. ich fürchte nur, sie ist nur für mich als studentin so toll. mit miesen löhnen, einem solala versicherungssystem und in der arbeitswelt wäre/wird es anders. trotzdem: ich kann mich hier wirklich sehen. langfristig. zumindest teilzeit ;)